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Neuer Schnelltest reduziert Ototoxizität durch Aminoglykoside

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Britische Wissenschaftler haben einen neuen Schnelltest entwickelt, der auf eine Genvariante testet, die Betroffene für ototoxische Reaktionen durch Aminoglykoside prädisponiert. Der Test wurde in der klinischen Praxis bei der Behandlung von Neugeborenen getestet, um schwere Nebenwirkungen zu verhindern.

Genom

Aminoglykoside sind breit wirkende Antibiotika zur Behandlung von Infektionen mit problematischen Erregern. Leider sind Aminoglykoside für ihre teils schweren Nebenwirkungen bekannt. Hier ist insbesondere die Ototoxizität zu nennen, die nicht mehr umkehrbar ist, wenn die Behandlung nicht sofort abgebrochen wird.

Genvariante prädisponiert für Ototoxizität

Menschen mit einer besonderen Genvariante (mitochondriale Genvariante MT-RNR1 m.1555A>G) sind hier gefährdet, eine ausgeprägte Ototoxizität durch Aminoglykoside zu erleiden. Aminoglykoside können bei ihnen besonders die in den Haarzellen des Innenohrs zu Zellschäden führen. Deshalb sollten Betroffene diese Antibiotika nicht erhalten.

Gentypisierung kann vor Schlimmerem bewahren

Aus diesem Grund sollte vor der Gabe von Aminglykosiden ein Gentest durchgeführt werden, um herauszufinden ob die zu behandelnde Person zu der gefährdeten Gruppe gehört.

Genotypisierungsmethoden ungeeignet für Akutfall

Das Antibiotikum wird aber auch bei Kindern unter anderem bei neonataler Sepsis angewendet. Da das Antibiotikum aber innerhalb einer Stunde verabreicht werden sollte, würde die Gentypisierung zu lange dauern.

Hoffnung auf neuen Schnelltest

Britische Wissenschaftler haben nun einen Point-of-Care-Schnelltests (POCT) zur Identifizierung der m.1555A>G-Variante entwickelt. Die Effektivität sowie die klinische Praktikabilität des Tests wurden im Rahmen einer kombinierten Studie untersucht.
Bei dem Test handelt es sich um einen Wangenabstrich, der in einem thermozyklischen Gerät dann die Genvariante feststellen kann.
Der Wangenabstrich kann gleichzeitig mit der Probenentnahme für die routinemäßige Untersuchung auf Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) erfolgen.

Der Test kann helfen, zeigen die Studien

Die Einführung des Tests könnte, so die Studienautoren, jährlich mehrere Tausend Fälle Aminoglykosid-inudzierter Ototoxizität vermeiden, insbesondere in Ländern mit hohen Verschreibungsraten von Aminoglykosiden.

Quelle:
McDermott JH, Mahaveer A, James RA, et al. Rapid Point-of-Care Genotyping to Avoid Aminoglycoside-Induced Ototoxicity in Neonatal Intensive Care. JAMA Pediatr. Published online March 21, 2022. DOI:10.1001/jamapediatrics.2022.0187

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(si)





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