Da legt sich ein Mann ins Bett und jammert, um sich Pflegegeld zu erschleichen. Und jetzt will er auch noch Hörgeräte; nicht, weil er sie benötigt, sondern weil er meint, sie stünden ihm zu.
ansehen/verstecken
- 1. Hörgeräte sind keine Prämie, sondern ein medizinisches Hilfsmittel
- 2. Pflegegrad „erschleichen“ ist kein Trick, sondern kriminell
- 3. Krankenkassen sind keine Urlaubskasse
- 4. Die klare Antwort auf die Frage „Welche Schritte sind erforderlich?“
- 5. Was Ihnen „zusteht“
- 6. Ein letzter, notwendiger Satz
- Bildquellen:
Diese Frage ist nicht nur „unverschämt“, sie ist ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen, die wirklich krank sind, wirklich schlecht hören, wirklich pflegebedürftig sind – und auf Unterstützung angewiesen sind, um ihren Alltag überhaupt bewältigen zu können.
Hier wird nicht nach Hilfe gefragt, sondern nach einer Anleitung zum Betrug.
Und das muss man klar, deutlich und ohne jedes Herumlavieren sagen: Was Sie hier schildern und anstreben, ist Sozialbetrug, Versicherungsbetrug und Leistungserschleichung. Das ist kein Kavaliersdelikt, keine „clevere Nutzung des Systems“, kein Schlupfloch – das ist eine Straftat.
1. Hörgeräte sind keine Prämie, sondern ein medizinisches Hilfsmittel
Hörgeräte werden nicht verteilt, „weil sie jemand gerne hätte“, sondern weil ein HNO-Arzt eine behandlungsbedürftige Schwerhörigkeit feststellt. Erst wenn objektive Messungen (Audiogramme, Sprachaudiometrie etc.) einen entsprechenden Hörverlust zeigen, gibt es eine Verordnung. Und erst dann beteiligt sich die Krankenkasse.
Ohne medizinische Notwendigkeit gibt es keine Hörgeräte. Punkt.
Nicht, weil jemand 65 ist.
Nicht, weil andere im Bekanntenkreis welche tragen.
Nicht, weil man „auch mal was abgreifen will“.
Sondern ausschließlich, weil eine körperliche Funktionsstörung vorliegt.
2. Pflegegrad „erschleichen“ ist kein Trick, sondern kriminell
Die beiläufige Bemerkung, man müsse sich „nur ins Bett legen und jammern, wenn der MD kommt“, ist besonders widerwärtig.
Der Medizinische Dienst prüft Pflegebedürftigkeit, weil es um Menschen geht, die:
• sich nicht mehr selbst waschen können
• nicht mehr sicher gehen können
• geistig eingeschränkt sind
• dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind
Pflegeleistungen werden aus Beiträgen aller Versicherten finanziert – auch aus denen von Pflegekräften, Alleinerziehenden, Schwerkranken und Menschen, die selbst kaum über die Runden kommen.
Wer hier bewusst täuscht, nimmt echten Pflegebedürftigen Geld, Zeit und Ressourcen weg.
Das ist nicht „schlau“. Das ist asozial.
3. Krankenkassen sind keine Urlaubskasse
Die Vorstellung, man könne sich Pflegegeld erschleichen, um damit Wochenendtrips zu finanzieren, zeigt ein erschreckendes Missverständnis dessen, was unser Solidarsystem ist.
Krankenkassen sind keine Rabattclubs.
Pflegekassen sind keine Sparkonten.
Hilfsmittel sind keine geldwerten Vorteile.
Pflegekassen sind kein Selbstbedienungsladen.
Sie sind dazu da, Krankheit auszugleichen, Leiden zu lindern, Teilhabe zu ermöglichen.
Nicht dazu, private Freizeitkassen aufzubessern.
4. Die klare Antwort auf die Frage „Welche Schritte sind erforderlich?“
Die einzig ehrliche Antwort lautet:
Gar keine.
Wenn Sie gut hören, bekommen Sie keine Hörgeräte.
Wenn Sie gesund sind, steht Ihnen keine Hilfsmittelversorgung zu.
Wenn Sie Leistungen erschleichen wollen, bewegen Sie sich in Richtung Strafanzeige, Rückforderung, Bußgeld und möglicher Freiheitsstrafe.
Und jeder HNO-Arzt, jeder seriöse Hörakustiker und jede Krankenkasse wird genau das verhindern. Und ich hoffe, dass das erkannt und verhindert wird.
5. Was Ihnen „zusteht“
Was Ihnen zusteht, ist:
• eine ehrliche medizinische Untersuchung
• eine Versorgung, falls wirklich ein Defizit vorliegt
• und ein Solidarsystem, das funktioniert, weil die meisten Menschen es nicht betrügen.
Was Ihnen nicht zusteht, sind:
• erschlichene Diagnosen
• missbrauchte Pflegegrade
• oder „kostenlose“ Hörgeräte, die Sie weder brauchen noch verdienen.
6. Ein letzter, notwendiger Satz
Nicht derjenige ist „dumm“, der Beiträge zahlt und nur im Krankheitsfall Leistungen bekommt.
Dumm – und moralisch verkommen – ist, wer glaubt, Krankheit vorspielen zu müssen, um sich ein Wochenende in einer fremden Stadt finanzieren zu lassen.
Wenn jemand wirklich schlecht hört, ist ein Hörgerät kein Geschenk, sondern ein notwendiger Ausgleich für einen Verlust.
Wer gut hört, sollte dafür dankbar sein – nicht versuchen, daraus ein Geschäftsmodell zu machen.
Wenn Sie möchten, kann ich gern erklären, wann Hörgeräte medizinisch sinnvoll sind, wie echte Schwerhörigkeit festgestellt wird oder warum frühzeitige Diagnostik wichtig ist.
Aber Anleitungen zum Betrug wird es hier nicht geben.
Bildquellen:
- hoergeraeterschleicher_800x500: Peter Wilhelm KI
Hashtags:
Ich habe zur besseren Orientierung noch einmal die wichtigsten Schlagwörter (Hashtags) dieses Artikels zusammengestellt:
#asozial erschleichen #Betrüger #kriminell #Pflegegeld #Pflegegrad #Pflegekasse














