Fragen an die Redaktion

Amtlich wirkende Hörtest-Briefe: Was Betroffene wissen sollten

bundesweit

Viele Menschen sind verunsichert, wenn plötzlich ein amtlich wirkendes Schreiben zur Hörvorsorge im Briefkasten liegt – dieser Artikel erklärt, was hinter solchen Briefen steckt und wie man sie richtig einordnet.

Hallo Redaktion, hallo Herr Wilhelm,

Werbung

ich bin begeisterte Leserin Ihres Infoportals über Hörgeräte.
Seit einiger Zeit schon plage ich mich mit Schwerhörigkeit. Ich war vor anderthalb Jahren auch schon mal bei einem Hörtest.
Ich weiß, dass bald Hörgeräte für mich fällig werden. Aber Sie wissen ja, wie das so ist. Als Frau Anfang 50 will man eigentlich noch keine Hörgeräte haben.

So, nun flattert mir aber ein Schreiben vom TÜV Saarland ins Haus, in dem ich zum bundesweiten Aufruf für die Hörvorsorge geladen werde.
Das ist dann ausgestellt von Hörgeräte Geers.
Was ist das denn? Ist das von der Regierung? Ist das vom Gesundheitsministerium? Was hat der TÜV damit zu tun?

Muss man da hin und drohen einem Nachteile bei der Krankenkasse, wenn man den vorgeschlagenen Termin nicht annimmt?
Oder ist das was Unseriöses?
Ich bitte höflichst um Aufklärung.

Gudrun „Guddi“ F.

Kostenloser Hörtest Einladung und Ergebnisse

Hallo, liebe Guddi,

nein, das ist kein offizielles Schreiben.
Der TÜV Saarland hat damit auch nichts zu tun.

Es handelt sich um ein Reklameschreiben der Hörgeräte-Kette Geers.

Das Unternehmen schreibt offenbar ganz viele potentielle Kunden namentlich an und schlägt in einem an und für sich recht freundlichen Schreiben unverbindlich einen Termin für einen Hörtest vor.

Aber auch wenn das Schreiben in einem etwas amtlich wirkenden grauen Umschlag zugestellt wird, handelt es sich letztlich nur um Reklame.

Sie müssen da nicht hin, Sie müssen nichts unternehmen, auch nicht den Termin absagen. Es drohen Ihnen auch keinerlei Nachteile, wenn Sie das Schreiben einfach ignorieren.

Ich würde das Vorgehen von Geers auch nicht als unseriös bezeichnen, eher als etwas tricky oder nah an der Grenze zur Schlüpfrigkeit. Das ist meine persönliche Meinung.
Geers hat ja ein Logo, eine Firmenfarbe und da ist es schon auffallend, dass nichts davon auf dem Schreiben ins Auge sticht. Man könnte meinen, dass hier bewusst ein wenig verschleiert wird, dass es sich um Reklame handelt.

Aber letztlich gehört Klappern zum Handwerk und Reklame ist eben Reklame.

Dass oben so prominent der TÜV Saarland aufgedruckt ist, hat nichts zu sagen. Der TÜV hat wohl dem Unternehmen Geers im Bereich Kundenzufriedenheit das Kundenurteil „sehr gut“ bescheinigt.
Der TÜV ist aber nicht der Absender dieses Schreibens und ist auch nicht für die Hörtests verantwortlich.

Ich persönlich empfinde es so, dass hier mal wieder ein Unternehmen durch geschickte Auswahl von Materialien, Gestaltung und Formulierungen potentielle Kunden anlocken will, in dem die Empfänger vielleicht glauben, es handele sich um eine Art öffentlicher Gesundheitsaktion oder so.

Aber im Endeffekt bleibt es einfach, was es ist: Reklame.

Häufige Fragen zu Hörtests von GEERS

Ist das ein Schreiben vom TÜV Saarland zur Hörvorsorge? Und ist es ein offizieller staatlicher Aufruf?

Nein. Solche Schreiben sind keine offiziellen Aufforderungen von staatlichen Stellen, dem Gesundheitsministerium oder Krankenkassen. Es handelt sich nicht um eine bundesweite Gesundheitsaktion einer Hörakustikerfirma.

Hat der TÜV Saarland etwas mit den angebotenen Hörtests zu tun?

Nein. Der TÜV Saarland ist weder Absender der Schreiben noch für die Durchführung der Hörtests verantwortlich. In der Regel bezieht sich die Nennung des TÜV lediglich auf eine frühere Zertifizierung oder Bewertung, etwa im Bereich Kundenzufriedenheit.

Wer steckt hinter diesen Schreiben?

Hinter den Schreiben steht in der Regel eine Hörgeräte-Kette, beispielsweise wie in diesem Fall GEERS. Die Unternehmen versenden Werbebriefe an potentielle Kunden und schlagen unverbindlich einen Termin für einen Hörtest vor.

Handelt es sich dabei um Werbung?

Ja. Auch wenn Gestaltung und Umschlag mitunter amtlich wirken, handelt es sich letztlich um ein Reklameschreiben mit dem Ziel, neue Kunden zu gewinnen.

Muss man auf das Schreiben reagieren oder den Termin absagen?

Nein. Es besteht keinerlei Verpflichtung, auf das Schreiben zu reagieren oder den vorgeschlagenen Termin abzusagen. Das Ignorieren des Schreibens hat keine Folgen.

Drohnen Nachteile bei der Krankenkasse, wenn man nicht hingeht?

Nein. Es entstehen keinerlei Nachteile bei Krankenkassen oder Versicherungen, wenn man den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnimmt.

Ist dieses Vorgehen unseriös?

Rechtlich ist das Vorgehen in der Regel zulässig, da es sich um Werbung handelt. Kritisch ist jedoch, dass die Gestaltung der Schreiben teilweise einen amtlichen Eindruck erweckt und damit leicht missverstanden werden kann.

Wo kann man stattdessen einen Hörtest machen lassen?

Hörtests können bei jedem Hörakustiker, bei HNO-Ärzten oder in spezialisierten Fachpraxen durchgeführt werden. Es besteht freie Wahl des Anbieters.

Was ist, wenn ich den Termin trotzdem wahrnehmen möchte?

Das können Sie natürlich tun. Das Unternehmen GEERS ist ein renommiertes Unternehmen und die Mitarbeiter dort sind sehr kompetent.

Wie sollte man mit solchen Schreiben grundsätzlich umgehen?

Empfehlenswert ist eine gesunde Skepsis. Wer einen Hörtest machen möchte, sollte sich selbst einen Anbieter aussuchen und einen Termin vereinbaren, anstatt auf werbliche Anschreiben zu reagieren.

Bildquellen:

  • bundesweit-tt_800x500: OPW

00d54c573af7458181c3aa4913c3d90d
Lesezeit ca.: 6 Minuten | Tippfehler melden


Lesen Sie doch auch:


(©si)