Hörgeräte Spenden

300 Hörgeräte für Brasilien: Wie Ihre Hörgeräte Menschen ein neues Leben schenken

gespendete Hörgeräte aus Mannheim gehen nach Brasilien

Es sind oft die kleinen Dinge, die das Leben grundlegend verändern. Ein freundliches Wort hören. Das Lachen der Enkel verstehen. Das Zwitschern der Vögel am Morgen wahrnehmen. Für Millionen schwerhöriger Menschen in den ärmsten Regionen der Welt sind solche Selbstverständlichkeiten jedoch unerreichbarer Luxus.

Während in Deutschland jedes Jahr tausende voll funktionsfähige Hörgeräte in Schubladen verschwinden oder entsorgt werden, warten anderswo Menschen oft ihr ganzes Leben darauf, überhaupt einmal hören zu können.

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Genau hier setzt eine außergewöhnliche Hilfsaktion an.

Von Edingen-Neckarhausen in alle Welt
Von Edingen-Neckarhausen bei Heidelberg gehen jährlich Hörgeräte für mehrere Millionen Euro kostenlos in alle Welt.

Seit vielen Jahren sammelt der Publizist und Buchautor Peter Wilhelm ehrenamtlich nicht mehr benötigte Hörgeräte. Was als kleine Initiative begann, hat sich längst zu einer internationalen Hilfsaktion entwickelt. Seit vielen Jahren gelangen die gespendeten Hörgeräte in Krisengebiete und Regionen, in denen sich die Menschen eine Hörgeräteversorgung niemals leisten könnten. Hörgeräte fanden ihren Weg bereits nach Marokko, Namibia, Israel, Ägypten, Pakistan, Afghanistan, Bhutan, Nepal, in die Ukraine, nach Südafrika, in den Gazastreifen und in zahlreiche Länder Lateinamerikas, sowie viele Krisenregionen und arme Gebiete.

Doch das Sammeln allein genügt nicht. Damit aus einer Hörgerätespende tatsächlich neue Lebensqualität entsteht, braucht es Menschen vor Ort, die mit enormem persönlichen Einsatz die Versorgung organisieren.

Einer dieser Menschen ist Ronald Wessels von der Initiative „Hörgeräte für Brasilien“.

Ronald Wessels, Hörgeräte für Brasilien
Ronald Wessels spricht fließend Portugiesisch und kennt die Favelas wie seine Westentasche

Zwei Monate voller Hoffnung

Während eines zweimonatigen Aufenthalts in Brasilien organisierte Ronald Wessels gemeinsam mit seinem Team erneut mehrere große Hörgeräteaktionen.

Bereits kurz nach der Ankunft begann die Arbeit. Bei den ersten sechzehn schwerhörigen Menschen konnten defekte Hörgeräte gegen funktionierende Geräte aus den deutschen Spenden ersetzt werden. Für viele von ihnen bedeutete dies, nach langer Zeit wieder Gesprächen folgen oder ihre Angehörigen verstehen zu können.

Hörgeräte spenden
Bei tropischen Temperaturen startete die Aktion im „Haus der Favelas“

Es blieb jedoch nicht bei dieser ersten Hilfsaktion.

In den folgenden Wochen fanden zwei weitere große Veranstaltungen mit insgesamt 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Dahinter steckt eine aufwendige Organisation, die weit über die eigentliche Übergabe der Hörgeräte hinausgeht.

Peter Wilhelm, Publizist und Buchautor
Im Haus der Favelas gab es für die Schwerhörigen zuerst mal ein leckeres Frühstück

Jeder Besucher wird zunächst sorgfältig registriert. Anschließend erfolgt eine ausführliche Anamnese sowie ein erster Hörtest. Dieser dient dazu, Art und Ausmaß der Hörminderung einzuschätzen und geeignete Hörgeräte auszuwählen. Vor der endgültigen Versorgung wird später nochmals eine Audiometrie in einer schallisolierten Kabine durchgeführt.

Weltweite Unterstützung für Schwerhörige
Zuerst erfolgt eine gründliche Anamnese und ein klärendes Vorgespräch. Hier wird nicht einfach nur verteilt.

Ist eine Versorgung möglich, werden individuell Abdrücke für die späteren Ohrpassstücke angefertigt. Wo es technisch machbar ist, werden moderne Ex-Hörer-Hörgeräte sogar direkt vor Ort angepasst. Alle übrigen Teilnehmer werden anschließend nach und nach zur endgültigen Versorgung eingeladen. Dann erfolgen weitere Hörtests, die Feinanpassung sowie eine ausführliche Einweisung in Bedienung, Pflege und den richtigen Umgang mit den Geräten.

Hilfe mitten in den Favelas

Ein besonders bewegender Teil der Reise führte das Team in einen der ärmsten Stadtteile Brasiliens.

Ein Kommunalpolitiker hatte Ronald Wessels eingeladen, auch in seinem Bezirk Hörgeräteaktionen durchzuführen. Dort leben in mehreren Favelas mehr als 100.000 Menschen unter oftmals schwierigsten sozialen Bedingungen.

humanitäre Hilfe
Während viele Hilfsaktionen nur sammeln und Pakete versenden, stellt „Hörgeräte für Brasilien“ eine regelrechte medizinische und audiologische Versorgung sicher.

Als Veranstaltungsort diente das neu sanierte „Haus der Favelas“, ein kommunales Begegnungszentrum, das den Bewohnern zahlreiche Dienstleistungen bietet. Hier können Dokumente beantragt werden, kulturelle Veranstaltungen stattfinden oder Beratungsangebote genutzt werden. Ganz in der Nähe befindet sich die berühmte Sambaschule Mangueira, deren grün-rosa Farben sich auch in der Gestaltung des Gebäudes widerspiegeln.

Hörgeräte, Schwerhörige, Peter Wilhelm hilft
Organisator Ronald Wessels und sein Team vor Ort

Vor Beginn der Hörgeräteaktion begrüßte der örtliche Bürgermeister die Teilnehmer mit einer kurzen Ansprache. Ronald Wessels erklärte anschließend den Ablauf der Versorgung und beantwortete zahlreiche Fragen.

Eine Überraschung erwartete die Besucher ebenfalls. Für alle Teilnehmer war ein reichhaltiges Frühstücksbuffet vorbereitet worden. Brasilien befindet sich derzeit im Wahlkampf, und kommunale Politiker nutzen solche Veranstaltungen natürlich gern, um Bürgernähe zu zeigen. Für die schwerhörigen Besucher spielte das allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Für sie zählte vor allem die Hoffnung, nach vielen Jahren endlich wieder besser hören zu können.

Mehr Menschen als geplant

Wie so oft sprach sich die Hilfsaktion rasch herum.

Obwohl eine Teilnahme ausschließlich nach vorheriger Anmeldung vorgesehen war, erschienen deutlich mehr Menschen als ursprünglich eingeplant. Viele hatten von Nachbarn oder Verwandten erfahren, dass hier kostenlos Hörgeräte angepasst werden.

Ronald Wessels
Nach der Anamnese und dem umfangreichen Hörtest folgt die Abnahme von Abdrücken für die Otoplastiken.

Niemand wurde einfach wieder nach Hause geschickt.

Bis zum Ende der Brasilienreise konnten auf diese Weise rund 300 Hörgeräte an schwerhörige Menschen übergeben werden.

Hinter jeder einzelnen Versorgung verbirgt sich eine persönliche Geschichte. Da ist die Großmutter, die zum ersten Mal seit Jahren wieder ihre Enkel versteht. Der ältere Mann, der sich wieder an Familiengesprächen beteiligen kann. Oder die junge Mutter, die ihr Kind endlich wieder deutlich sprechen hört.

Aus einer Schublade wird neue Lebensqualität

Für viele Menschen in Deutschland sind ausgediente Hörgeräte scheinbar wertlos geworden. Nach einer Neuversorgung landen sie oft in einer Schublade oder werden irgendwann entsorgt.

Für Menschen in Brasilien, Nepal, Afrika oder der Ukraine bedeuten genau diese Geräte jedoch die Rückkehr in ein hörendes Leben.

Peter Wilhelm sorgt mit seinem ehrenamtlichen Engagement dafür, dass diese Hörgeräte nicht verloren gehen. Ronald Wessels und seine Mitstreiter verwandeln sie anschließend mit großem Fachwissen und unzähligen Stunden freiwilliger Arbeit in konkrete Hilfe.

Ohne diese Zusammenarbeit wäre keine einzige der Versorgungen möglich.

38 Jahre Einsatz – fast unsichtbar, aber unbezahlbar

Ronald Wessels Team
Ronald Wessels, Mitte

Wer Ronald Wessels begegnet, merkt schnell, dass es ihm nicht um öffentliche Anerkennung geht. Seit mittlerweile 38 Jahren widmet er einen großen Teil seines Lebens den schwerhörigen Menschen in Brasilien. Was Anfang der 1990er-Jahre mit wenigen gesammelten Hörgeräten begann, ist heute ein gut organisiertes Hilfsprojekt geworden, das bereits Tausenden Menschen den Weg zurück in die Welt des Hörens ermöglicht hat.

Dabei besteht seine Arbeit keineswegs nur darin, gebrauchte Hörgeräte entgegenzunehmen. Jedes einzelne Gerät wird geprüft, gereinigt, bei Bedarf repariert und den unterschiedlichen Formen der Schwerhörigkeit zugeordnet. Über Jahrzehnte hat Ronald Wessels ein enormes Fachwissen aufgebaut und sogar ein umfangreiches Ersatzteillager geschaffen, mit dem sich viele Hörgeräte wieder instand setzen lassen. https://www.xn--gebrauchte-hrgerte-spenden-vhc31c.de

Noch beeindruckender ist jedoch sein persönlicher Einsatz. Anstatt die Hörgeräte einfach in Paketen nach Brasilien zu schicken, reist Ronald Wessels regelmäßig auf eigene Kosten in das südamerikanische Land. Flugtickets, Transporte, Unterkunft, Material und ein großer Teil der organisatorischen Ausgaben werden von ihm selbst getragen. Vor Ort nimmt er sich für jeden einzelnen Menschen Zeit, begleitet die Hörtests, organisiert die Anpassung der Geräte und erklärt ausführlich deren Bedienung und Pflege.

Gerade dieser persönliche Kontakt macht den Unterschied. Ronald Wessels weiß, dass ein Hörgerät nur dann wirklich hilft, wenn es fachgerecht angepasst wird und die Menschen lernen, damit umzugehen. Deshalb verlässt kein Teilnehmer die Veranstaltung einfach mit einem Gerät in der Hand. Jeder erhält eine sorgfältige audiologische Versorgung und die Gewissheit, auch nach der Übergabe einen Ansprechpartner zu haben.

Solches Engagement ist heute selten geworden. Es ist geprägt von Fachwissen, Ausdauer und einer tiefen menschlichen Überzeugung: Jeder Mensch sollte die Chance haben, wieder hören zu können – unabhängig davon, wie arm er ist oder in welchem Teil der Welt er lebt.

Peter Wilhelm: Seit Jahren die treibende Kraft hinter den Hörgerätespenden

Peter Wilhelm
Peter Wilhelm, Publizist und Buchautor

Damit Menschen in aller Welt wieder hören können, braucht es nicht nur engagierte Helfer vor Ort, sondern auch Menschen, die die Hilfsaktionen überhaupt erst möglich machen. Einer von ihnen ist der Publizist, Buchautor und Hörexperte Peter Wilhelm. Seit vielen Jahren sammelt er ehrenamtlich nicht mehr benötigte Hörgeräte, informiert die Öffentlichkeit über die weltweite Not schwerhöriger Menschen und motiviert Hörgeräteträger dazu, ihre ausgedienten Geräte zu spenden, anstatt sie ungenutzt in einer Schublade liegen zu lassen.

Was viele nicht wissen: Hinter jeder Hörgerätespende steckt ein erheblicher organisatorischer Aufwand. Die Geräte müssen entgegengenommen, sortiert, dokumentiert und für den Weitertransport vorbereitet werden. Hinzu kommen die Öffentlichkeitsarbeit, die Betreuung von Spendern sowie die Koordination mit den Hilfsprojekten in aller Welt. Peter Wilhelm übernimmt diese Aufgaben seit Jahren unentgeltlich und investiert dafür einen erheblichen Teil seiner Zeit.

Dabei geht es ihm nicht um Auszeichnungen oder öffentliche Aufmerksamkeit. Sein Antrieb ist die Überzeugung, dass gutes Hören kein Luxus sein darf. Durch seine publizistische Arbeit erreicht er jedes Jahr tausende Menschen und sensibilisiert sie dafür, dass ein ausgedientes Hörgerät für seinen früheren Besitzer vielleicht keinen Wert mehr hat, für einen schwerhörigen Menschen in Brasilien, Nepal, Afrika oder der Ukraine jedoch den Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts bedeuten kann.

Die Zusammenarbeit zwischen Peter Wilhelm und Ronald Wessels zeigt eindrucksvoll, wie viel ehrenamtliches Engagement bewirken kann. Der eine sorgt dafür, dass die Hörgeräte gesammelt und den Hilfsprojekten zur Verfügung gestellt werden, der andere bringt sie mit großem persönlichen Einsatz zu den Menschen, die sie dringend benötigen. Erst dieses Zusammenspiel macht aus einer einfachen Hörgerätespende ein Geschenk, das Kommunikation, Lebensqualität und oft auch ein Stück Würde zurückgibt.

Sie können helfen

Vielleicht besitzen auch Sie noch ein Hörgerät, das nach einer Neuversorgung nicht mehr benötigt wird. Vielleicht liegt es seit Jahren ungenutzt in einer Schublade.

Für Sie ist es möglicherweise nur ein altes Medizinprodukt.

Für einen schwerhörigen Menschen am anderen Ende der Welt kann es bedeuten, wieder Stimmen zu hören, Gespräche zu verstehen und am Leben teilzunehmen.

Genau deshalb lohnt sich jede einzelne Hörgerätespende.

Denn gutes Hören sollte kein Privileg der reichen Länder sein.

Hinweis: Die Fotos wurden an beliebiger Stelle eingefügt.

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