• Mittelohrentzündung

    Krankheiten: Was ist Mittelohrentzündung? Mittelohrentzündung ist die häufigste Ursache für Hörverlust bei Kindern und tritt meist im Winter oder Frühjahr auf
    Mittelohrentzündung

    Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine Entzündung im Mittelohr, die entweder in einem oder in beiden Ohren gleichzeitig auftritt.

    Im Allgemeinen ist eine Mittelohrentzündung nichts Schlimmes und führt bei entsprechender Behandlung normalerweise zu keinen bleibenden Hörschäden. Meistens kann die Mittelohrentzündung zu Hause durch eine medikamentöse Behandlung geheilt werden. Entzündet sich das Ohr Ihres Kindes häufig und wird dies nicht behandelt, können bleibende Schäden des Gehörs entstehen.

    Ursachen von Mittelohrentzündung

    Otitis media wird durch einen Virus oder durch Bakterien verursacht, die zu Flüssigkeitsansammlungen hinter dem Trommelfell führen. Auslöser kann eine Erkältung, Allergie oder Entzündung der Atemwege sein. Die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr verursacht Kopfschmerzen, Schwellungen und Rötungen, ein Zustand, den man akute Mittelohrentzündung nennt und das Trommelfell vom normalen Vibrieren abhält. Dies führt (vorübergehend) zu Hörproblemen.

    Bei einer ernsthaften Otitis Media bleibt Flüssigkeit im Mittelohr. Der Zustand kann in einigen Fällen chronisch werden. Schlimmstenfalls führt dies zu regelmäßigem Auftreten akuter Entzündungen und letztendlich zur Schwerhörigkeit. Durch eine Mittelohrentzündung kann außerdem das Trommelfell platzen.

    Symptome bei Mittelohrentzündung

    Warnsignale bei Kindern (häufig mehrere gleichzeitig):

    • Kratzen oder Zuhalten der Ohren
    • Weinen und Gereiztheit
    • Verminderte Hörfähigkeit
    • Fieber
    • Ohrdrainage

    Mögliche Folgen einer Mittelohrentzündung

    • Entzündung des Innenohres (Labyrinthitis) mit Schwindel und Ertaubung.
    • Hirnhautentzündung oder Hirnabszess.
    • Mastoiditis (Entzündung des knöchernen Warzenfortsatzes des Schläfenbeins)1.
    • Gesichtsnervlähmung
    • Sepsis
    • Sinusthrombose
    • Tinnitus (selten)

    1 Das erneute Auftreten von Schmerzen, eitrigem Ausfluss aus dem Ohr und einer schmerzhaften Schwellung hinter der Ohrmuschel nach zwei bis drei Wochen – bei Kindern auch früher – sind typisch für eine Mastoiditis. Eine Mastoiditis ist eine Operationsindikation.

    Behandlung von Mittelohrentzündung

    Erkrankt Ihr Kind häufig an einer Mittelohrentzündung (mehrmals pro Jahr), sollten Sie mit Ihrem Hausarzt darüber sprechen.

    In manchen Fällen ist es nötig, einen winzigen chirurgischen Eingriff, die so genannte Myringotomie, vorzunehmen. Dabei wird das Trommelfell zum Entfernen der Flüssigkeit geöffnet. Ein kleines Drainageröhrchen kann ebenfalls in den Einschnitt eingesetzt werden. Im Normalfall führt die Operation unmittelbar zu einem besseren Hörvermögen.

    Auch Erwachsene können an Otitis Media erkranken. Die Behandlungsmethode ist die gleiche wie bei Kindern.

    Therapie und Prophylaxe

    Körperliche Schonung, abschwellende Nasensprays oder -tropfen, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen.

    In der Regel heilt eine Mittelohrentzündung auch ohne Behandlung aus. Ein Abwarten ist daher unter ärztlicher Kontrolle für die ersten 2–3 Tage zu vertreten. Wenn nach dieser Zeit keine Besserung der Beschwerden eintritt, besteht die Gefahr einer Komplikation. In diesem Falle ist die Gabe eines geeigneten (=liquorgängigen) Antibiotikums (z. B. Amoxicillin oder bei Penicillinallergie Azithromycin oder Clarithromycin) indiziert. Zu beachten ist jedoch, dass Antibiotika nur bei einer durch Bakterien verursachten Mittelohrentzündung helfen – unnötige Antibiotikagaben bei Virusinfektionen sind zu vermeiden.

    In einigen Studien konnte mit der Verabreichung hoher Dosen des Zuckeraustauschstoffs Xylitol eine prophylaktische Wirkung bezüglich der akuten Mittelohrentzündung erzielt werden. Xylitol hemmt das Wachstum von Pneumokokken und die Bindung von Pneumokokken und Haemophilus influenzae an die Zellen im Nasenrachenraum. Die Dosis an Xylitol lag im Bereich von 10 g/Tag.

    Vorbeugung

    Gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae als häufige Erreger der bakteriellen Mittelohrentzündung stehen Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfung gegen Pneumokokken und die Impfung gegen Haemophilus influenzae (HIB-Impfung) werden daher bei Kindern empfohlen.

    Bei bestehender Trommelfellperforation ist beim Duschen und Baden ein Gehörschutz (Schwimmschutz) zu empfehlen.

    Hinweis: Diese Einschätzung beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und gibt ausschließlich meine Meinung wieder. Zu Rechts-, Steuer- und medizinischen Themen sollten Sie immer einen ausgewiesenen Fachmann fragen. Das ist oft günstiger als man denkt. Verlassen Sie sich nie auf Erkenntnisse, die Sie sich nur im Internet zusammengefischt haben!



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    Unter Verwendung von Texten von: hear-it.org und Wikipedia.

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