Hörgeräte: Feste Programme oder Programmautomatik?

by Peter Wilhelm | 29. Juli 2018 18:02

Die Hörgerätehersteller beglücken uns Hörgeräteträger mit immer tolleren und ausgefeilteren Programmautomatiken.
Zum Verständnis: Sie befinden sich tagtäglich in den unterschiedlichsten Hörumgebungen. Nicht immer ist die Standardeinstellung des Hörgeräts für die aktuelle Umgebung ideal. Deshalb erkennen moderne digitale Hörgeräte die Umgebung und stellen ein entsprechendes Programm ein. Dieses sind von den Audiologen in der Entwicklungsabteilung mit großem Aufwand und aufgrund tausender von Erfahrungswerten entwickelt worden.

Das funktioniert auch in aller Regel wunderbar und meist bekommt der Hörgeräteträger von einem Programmwechsel gar nichts mit. So soll es auch sein, wichtig ist nur, dass er immer ein gutes Hörergebnis und eine gute Sprachverständlichkeit hat.

Auf diese Weise werden irgendwann alle Hörgeräte funktionieren und sie werden es immer besser können.
Hörgeräte können immer besser Störschall von Sprache unterscheiden und durch Anpassung[1] von Lautstärke, Frequenzen und Richtwirkung von Mikrofonen gezielt auf unterschiedliche Situationen eingehen.
Dabei müssen wir aber im Hinterkopf behalten, dass die Trennung von störendem Schall und Stimmen immer eine Herausforderung bleiben wird und Hörgeräte hier zwar Großes leisten, aber auch nicht zaubern können.

Doch nicht jeder mag diese Programmautomatiken. Je teurer das Hörgerät ist, umso mehr solcher verschiedenen Programme hat es und umso besser und reibungsloser funktionieren die.
Trotzdem sagen manche: „Ich möchte ein Hörgerät mit 4 Programmen, die ich frei aussuchen und manuell umschalten kann. Dazu ein Taster, um die Programme zu wechseln und idealerweise noch einen, mit dem ich laut und leise stellen kann.“

Die Hörgeräteträger, die so etwas sagen, fühlen sich durch die Automatiken ein bißchen entmündigt. Sie meinen, dass es besser ist, sich die wichtigsten und am häufigsten benötigten Programme fest ins Hörgerät schreiben zu lassen.
Das könnte sein:

  1. Ruhige Umgebung
  2. Hören im Störschall
  3. Komforthören im Störschall
  4. Telefonspule

Mit diesen Programmen hat beispielsweise Ralf, einer unserer Leser, sehr gute Erfahrungen gemacht:

„Es hat etwas gedauert, bis mein Hörakustiker[2] und ich die Programmeinstellungen richtig optimiert hatten, aber jetzt bin ich sehr zufrieden. Ich muss mir jetzt vom Hörgerät nicht mehr vorschreiben lassen, wie ich zu hören habe. Ich entscheide selbst. Ein kurzer Tastendruck und schon habe ich das Programm, das mir am meisten hilft.
Erst hatten wir als 3. Programm „Fernsehen“ eingestellt. Da sollte dann der Ton vom Fernseher besser verständlich sein. War er aber nicht. Ich habe für mich die persönliche Erfahrung gemacht, dass „Hören im Störschall“ hierfür die beste Einstellung war. Also habe ich das „TV Programm“ raus geworfen und mir dafür „Komforthören im Störschall“ einstellen lassen. Das funktioniert ganz wunderbar.

Mehr Hörgerät und mehr automatisches Zeug benötige ich wirklich nicht.“

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Schreiben Sie uns!

Bild: StockSnap[3] / Pixabay



Anzeige


Endnotes:
  1. Anpassung: https://hoergeraete-info.net/10-punkte-katalog-zur-qualitaet-der-hoergeraeteanpassung/
  2. Hörakustiker: https://hoergeraete-info.net/was-macht-der-hoerakustiker-hoergeraeteakustiker/
  3. StockSnap: https://pixabay.com/users/StockSnap/

Source URL: https://hoergeraete-info.net/hoergeraete-feste-programme-oder-programmautomatik/