Hörgerät: Das wird 2019 schlechter

Jetzt müssen Sie aufpassen! Ab 2019 gibt es für gesetzlich Versicherte einige Neuerungen. Ganz speziell Schwerhörige sind davon betroffen, wenn es um Hörgeräte geht.
Hörgeräte, das weiß jeder, bekommt man mit ärztlicher Verordnung beim Hörakustiker. Dieser Fachmann hat seinen Beruf lange gelernt, hat Prüfungen abgelegt und muß alle zwei Jahre sein Fachwissen erneut nachweisen.
Millionen Deutsche haben Vertrauen in diesen Berufsstand.

Doch der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat nun den sogenannten verkürzten Versorgungsweg (auch verkürzte Versorgung) eingeführt (wir berichteten mehrfach). Zum vdek gehören beispielsweise die Ersatzkassen wie Barmer, HKK, DAK, TK und HEK.
Als Vorzug wird dargestellt, dass die Versicherten jetzt die Wahl haben, ob sie ihr Hörgerät nun direkt beim HNO-Arzt erwerben oder zum Hörakustiker gehen.

Wenn man kurz denkt, könnte man meinen, das sei ein Vorteil. Schließlich bekommt man nun alles aus einer Hand.

Doch weit gefehlt! Sie erhalten dann nämlich Ihre Hörsysteme aus der Hand eines ohnehin terminlich stark belasteten Arztes, der während seines Studiums so gut wie nichts über Hörgeräte erfahren hat.

Zeit, Ihnen Ihre Hörsysteme individuell anzupassen, hat der HNO-Arzt wahrscheinlich sowieso nicht.
Das soll dann ein Hörakustiker via Telefon oder Skype machen. Soll das wirklich eine Qualitätsverbesserung sein?

Und zahlt die Kasse bei der verkürzten Versorgung genausoviel wie bei einer klassischen Versorgung über den Hörakustiker?
Wir haben das für Sie nachgerechnet.

Tabelle: Die Hörgerätezuschüsse der vdek-Ersatz-Krankenkassen in Bezug auf die beiden Versorgungswege

Leistung

Klassisch

Verkürzt

binaurale (beidohrige) Versorgung 1.217,- € 821,- €
Otoplastik (Ohrstück)

33,50 € x 2

31,- € x 2
Reparaturpauschale 125,- € x 2 105,- € x 2
Summe 1.534,- € 1.093,- €

zzgl. 200,- € Vergütung HNO
1.293,- €

Ersparnis für die Krankenkassen

241,- €

Angaben klassische Festbeträge  Stand Nov. 2017

Mit anderen Worten: Sie erhalten nicht nur möglicherweise eine weniger hochwertige Beratung, sondern die Kasse stellt auch deutlich weniger Geld zur Verfügung.

Deshalb raten wir: Kaufen Sie Hörgeräte nur beim Hörakustiker!



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