• Günstiges Hörgerät

    Sie suchen ein günstiges Hörgerät? Sie sind auf der Suche nach einem günstigen Hörsystem? Sie benötigen einen Überblick über preiswerte Hörgeräte? Dann lesen Sie den folgenden Artikel. Wir erklären den Unterschied zwischen günstigen und teuren Hörgeräten.

    Das Märchen von den teuren Hörgeräten

    Bitte verabschieden Sie sich gleich von dem Gedanken, dass gutes Hören eine Menge Geld kosten muss.
    Spricht man mit Hörgeräteträgern, dann erzählen diese oft, wieviel tausend Euro sie für Ihre geräte bezahlt haben. Da sind Preise von bis zu 7.000 € für zwei Hörgeräte keine Seltenheit.
    Hier spielen aber drei Punkte eine ganz wesentliche Rolle:

    1. Verkaufsgeschick
    2. Luxusdenken
    3. Herstellerversprechen

    1. Günstiges Hörgerät? Akustiker müssen Geld verdienen

    günstiges Hörgerät für Einsteiger
    Beispiel für ein günstiges Einsteiger-Hörgerät
    Signia Ace primax 1

    Das Signia Ace primax 1 ist ein zuverlässiges und günstiges Hörgerät, mit dem Sie endlich wieder besser hören können. Sprache wird aktiv hervorgehoben und Störgeräusche werden erkannt und ausgeblendet. Rückkopplungen gibt es so gut wie gar nicht mehr. Das Gerät lässt sich praktisch per Fernbedienung bedienen.

    Es ist klar: Hörgerätegeschäfte sind Wirtschaftsbetriebe. Sie müssen und wollen Geld verdienen. Neben dem Willen, Ihnen eine optimale Versorgung mit einem Hörgerät zu ermöglichen, werden die Inhaber immer auch von dem Gedanken getrieben, Umsatz zu machen. Das ist nicht verwerflich und überhaupt nichts Schlimmes. Aber das müssen Sie einfach wissen.

    Somit liegt es auf der Hand, dass ein Hörgeräteakustiker Ihnen zwar die günstigen Kassenhörgeräte zeigen wird. Er wird sie aber in aller Regel nicht empfehlen. Oft begründet er das damit, diese Geräte seien nicht leistungsfähig genug. Bei den schwarzen Schafen der Branche fallen mitunter auch schon mal Sätze wie: „Das ist das Sozialgerät“ oder „Hier haben wir noch die Hartz-IV-Variante von der Kasse“.
    Manche machen den unerfahrenen Kunden auch weis: „Das Kassengerät ist für Ihre Art der Schwerhörigkeit nicht geeignet.“

    Und da die Kassengeräte oft einen größeren Formfaktor haben und klobig oben auf der Ohrmuschel aufsitzen, ist es ein Leichtes, dem Kunden dann schlanke Miniaturgeräte mit hauchdünnen Schläuchen zu zeigen, die nahezu unsichtbar hinter dem Ohr verschwinden.

    Dabei wird dem Kunden oft nicht deutlich genug erklärt, dass er damit allenfalls ein kleinere Gerät mit einer kleineren Batterie (und damit auch kürzerer Laufzeit und höheren Batteriekosten) kauft, aber keinesfalls eine besssere Hörgeräteversorgung.

    2. Luxusdenken verhindert ein günstiges Hörgerät

    Je mehr Geld Sie für ein Hörgerät ausgeben, umso leistungsfähiger und komfortabler ist es auch.
    Gutes Hören geht aber auch schon mit den Kassengeräten.

    Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Sie sich mit Geld ein besseres Hörgerät kaufen können.
    Es ist aber die Frage, ob Sie sich damit auch ein besseres Hören kaufen. Je mehr Geld Sie ausgeben, desto mehr Funktionen hat das neue Hörgerät.
    Aber benötigen Sie diese wirklich? Sind diese eine Aufzahlung von 1.000 bis 3.000 Euro wert?

    Viele meinen, sie könnten aus ihrem Umfeld herausstechen, indem Sie besonders teure Hörgeräte kaufen. Ich habe schon Renter im Gespräch erlebt, die mit der hohen Ausgabe regelrecht geprotzt haben. Jeder versuchte den anderen zu übertrumpfen. Der Witz: Ich hatte den Eindruck, als ob das Sprachverstehen bei allen gar nicht mal so gut war.

    Es darf also bei der Anschaffung eines Hörgerätes nicht darum gehen, eine besonders teure Marke oder ein besonders teures Gerät zu erwerben.
    Im Vordergrund muss immer die Überlegung stehen, mit welchem Gerät Sie optimal versorgt sind.

    Und dabei fängt man gemeinsam mit dem Hörgeräteakustiker sinnvollerweise unten auf der Skala an.
    Sie beginnen mit dem günstigen Hörgerät und probieren dieses aus. Besonders hier sollte der Hörakustiker ausreichend Zeit in eine gute Anpassung investieren. Das lohnt sich! Denn oft genügt das Einsteigergerät von der Krankenkasse.
    Kommen Sie mit dem nicht klar, dann lohnt sich der Blick erst einmal auf vergleichbare Geräte anderer Hersteller.
    Erst dann wendet man sich der nächstteureren Klasse zu.
    So tasten Sie sich mit dem Hörakustiker langsam an das für Sie geeignete Hörgerät heran.

    3. Günstiges Hörgerät: Herstellerversprechen

    Papier ist geduldig und Werbung hat noch nie dazu gedient, den Kunden zu informieren. Werbung dient dazu, Waren zu verkaufen. Punkt.
    Und damit sich ihre Hörgeräte gut verkaufen, sparen die Hörgerätehersteller auch nicht mit den tollsten Werbeversprechen.
    Ich rate Ihnen: Treten Sie diese Luftblasen der Marketingstrategen alle in die Tonne!

    Ob ein Hörgerät gut ist, können Sie nur am eigenen Ohr erfahren.
    Nur im aktiven Test im Alltag, und nur wenn das Gerät vom Akustiker mehrfach optimal auf Sie angepasst wurde, können Sie herausfinden, ob ein Hörgerät für Sie persönlich gut oder schlecht ist.

    Empfehlungen aus Foren taugen nichts

    Deshalb taugen auch Empfehlungen von Laien aus irgendwelchen Foren oder Frage-Antwort-Portalen überhaupt nichts.
    Ein noch so teures Hörgerät, das bei Fritzchen Meier gut funktioniert, kann bei Ihnen ein ganz miserables Hörergebnis liefern.
    Andersherum: Ein Hörgerät, das bei Ihnen wunderbar funktioniert und im Alltag die besten Ergebnisse bringt, kann in den Foren durch Privatpersonen in Grund und Boden verdammt werden.
    Die Auswahl und Anpassung eines Hörgeräts ist immer eine ganz individuelle Angelegenheit und kann nicht durch Berichte von Laien ersetzt werden.

    Im Übrigen ist mir persönlich aufgefallen, dass sich in diversen Foren offenbar die Dümmsten der Dummen tummeln. Und oft genug wird die blödeste und sachlich falscheste Antwort dann von den anderen Dummen auch noch als die beste bewertet. Da es sehr viele Idioten gibt, landen diese Empfehlungen oft bei den Suchmaschinen ganz oben.

    Welches ist denn das beste günstige Hörgerät?

    Wie ich es Ihnen bereits oben erklärte: Beginnen Sie mit dem preiswertesten (sprich zuzahlungsfreien) Kassengerät.
    Zeigt Ihnen der Akustiker kein solches oder rät er sofort davon ab, gehen Sie zu einem anderen Akustiker.
    Macht der Hörgeräteakustiker Mätzchen oder setzt er Ihnen das Kassengerät unangepasst oder schlecht eingestellt ein, gehen Sie zu einem anderen Akustiker.

    Denn auch bei Kassengeräten muss es sich um digitale Hörgeräte handeln. Die Geräte müssen darüberhinaus über drei Hörprogramme und vier Kanäle verfügen. Die Verstärkungsleistung auch der Kassenhörgeräte muss bis zu 75 Dezibel betragen und die Hörhilfe muss über eine Rückkopplungs- und eine Störschallunterdrückung verfügen.

    Damit kann jeder erfahrene Akustiker auch für Sie eine gute Hörgeräteversorgung hinbekommen.
    Klappt das nicht, weil das Hörgerät nicht alle wichtigen Hörsituationen bewältigen kann, probieren Sie zunächst Kassengeräte anderer Hersteller aus!
    Dann wenden Sie sich Schritt für Schritt den etwas teureren Geräten zu. Das machen Sie so lange, bis Sie erstens sehr gut hören und zweitens die Funktionen im Hörgerät haben, die Sie gerne haben wollen (beispielsweise Bluetooth, oder weitere spezielle Programme.

    Ein Hörgeräteakustiker-Meister gab mir folgenden Rat für Sie mit auf den Weg:

    „Vielleicht ist es auch eine gute Idee, wenn man nicht zum Hörakustiker geht und gleich den Eindruck erweckt, als spiele Geld keine Rolle.
    Wer clever ist, sagt, dass er sich nicht mehr leisten kann, als die Kassenversorgung. Das nimmt den Geldmachern gleich den Wind aus den Segeln.“

    Kassenhörgeräte: Das steht Ihnen von der Krankenkasse zu – Hörgerät



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    Bild: kalhh / Pixabay

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