• Der verkürzte Versorgungsweg bedeutet auch verkürzte Leistungen

    Hörgeräte direkt vom HNO-Arzt

    Als bahnbrechende Neuheit wird der sogenannte verkürzte Versorgungsweg vom Verband der Ersatzkasse e.V. (Vdek) und den HNO-Ärzten gefeiert.
    Mit geschickt lancierten Pressemitteilungen wird die vermeintliche Verbesserung für die Versicherten gefeiert.

    Worum geht es bei der verkürzten Versorgung?

    Bislang hat der HNO-Arzt, der Medizin studiert hat und alle gesundheitlichen Aspekte des Hörorgans kennt, die Schwerhörigkeit diagnostiziert und dann eine Verordnung über Hörgeräte ausgestellt. Mit dieser Verordnung hat der Patient die Wahl unter rund 6.000 Härakustiker-Fachbetrieben, in denen 15.000 voll ausgebildete Hörakustiker arbeiten. Dort kann er sich Hörgeräte aussuchen und diese werden dann von extrem gut ausgebildeten Spezialisten angepasst.

    Beim verkürzten Versorgungsweg soll der Patient nach der Diagnose direkt beim HNO-Arzt die Hörgeräte aussuchen können.
    Die Beratung und Anpassung soll dann über den HNO-Arzt erfolgen.

    Worin bestehen die Vorteile des verkürzten Versorgungsweges?

    Der Weg zum Hörgerät wird scheinbar verkürzt. Der Schwerhörige muss vom HNO-Arzt nicht mehr zum Hörakustiker, sondern erhält seine Geräte direkt von diesem.

    Welche Nachteile hat die verkürzte Versorgung mit Hörgeräten?

    Zeitaufwand

    Fangen wir doch einmal ganz pragmatisch an:
    Wie lange haben Sie das letzte Mal beim HNO-Arzt auf einen Termin gewartet? 3 Wochen? 3 Monate?
    Und wie lange mussten Sie trotz eines festen Termins in der Praxis dann warten? 1 Stunde? 2 Stunden?
    Wir alle kennen das Dilemma, das bei den Ohrenärzten herrscht. Die Praxen sind sehr gut frequentiert und Wartezeiten sind vorprogrammiert.

    Die Erfahrung zeigt: Beim HNO-Arzt braucht man viel Geduld

    Woher soll der Arzt nun die Zeit nehmen, um auch noch ausführlich über eine Auswahl aus über 2.000 Hörgeräten zu leisten?
    Wird er am Ende dafür jemanden einstellen? Dann könnte man auch direkt zum Hörakustiker gehen.

    Hörgeräte kauft man im Fachgeschäft. Dort nimmt man sich Zeit für Sie

    Einen Termin beim Hörakustiker bekommen Sie blitzschnell. Der Termin wird ohne Wartezeiten exakt eingehalten.
    Und der Hörakustiker nimmt sich mindestens eine Stunde Zeit für Sie.
    Welcher HNO-Arzt will das leisten können?

    Keine größere Auswahl, das ist ein Märchen!

    Sie haben eben gelesen, dass es rund 2.000 verschiedene Hörgeräte am Markt gibt.
    Ebenfalls wissen Sie, dass es rund 6.000 Hörakustiker-Fachbetriebe gibt.

    Sie können sowieso vielfach wählen!

    Einmal steht es Ihnen vollkommen frei, zu welchem Hörakustiker Sie gehen.
    Beim HNO-Arzt sind Sie an diesen Arzt gebunden. Das ist zwar auf irgendeine Weise „verkürzt“, in Wirklichkeit verkürzt es aber nur Ihre Auswahl.
    Zum zweiten können Sie unter tausenden von Hörgeräten wählen. Der Hörakustiker kennt die verschiedenen Geräte und kann Sie umfassend beraten.

    Hörgerät mit Komplettaustattung: Phonak Marvel-Serie

    Der HNO-Arzt, so haben die Gespräche mit den Ärzten gezeigt, wird eine gewisse Auswahl an zuzahlungsfreien und zuzahlungspflichtigen Geräten anbieten. Diese Auswahl ist aber beschränkt.
    Einen echten Gewinn an Auswahlmöglichkeiten haben Sie als Schwerhörigen nicht, so finden wir.

    Auf dem Foto oben zeigen wir Ihnen ein Hörgerät mit Komplettausstattung. Sie können damit nicht nur exzellent hören, sondern auch telefonieren, Musik und Hörbücher hören und vieles mehr.
    Wird Ihnen der Arzt auch so etwas vorstellen? Oder wird er nur sagen: „Zum Hören brauchen Sie das alles nicht!“

    Möglicherweise entgeht Ihnen aufgrund der eingeschränkten Auswahl einiges.

    Der Kompetenzdruck wird die Patienten verwirren

    Zu einem Arzt hat man für gewöhnlich ein hohes Maß an Vertrauen. Wir nennen das den „Weißkitteleffekt“.
    Wenn der Hausarzt Ihnen eine Salbe verschreibt, würde Sie in den seltensten Fällen widersprechen. Sie vertrauen darauf, dass der Arzt das gelernt hat und genau weiß, was er tut.

    Ich kenne mich mit Hörgeräten nicht aus. Ich habe nur eine Kurzschulung bekommen.

    So wird das im verkürzten Versorgungsweg auch bei Hörgeräten sein. Wenn der „Weißkittel“, der Sie untersucht und behandelt, Ihnen dann ein Hörgerät empfiehlt oder gar „wärmstens ans Herz legt“, dann widersprechen vor allem Unbedarfte und Ältere ganz sicher nicht.
    Man wird dem HNO-Arzt eine hohe Kompetenz auch im Verkauf von Hörgeräten zusprechen.

    Der Hörakustiker versteht einfach mehr von Hörgeräten

    Tatsächlich aber sind Hörgeräte einem rasanten Entwicklungsprozess unterworfen.
    Hörakustiker haben eine dreijährige, sehr intensive Ausbildung hinter sich. Sie kennen die komplizierte Hörgerätetechnik auf dem Effeff.
    Sie sind medizinisch-anatomisch ausgebildet, um Hörgeräte und maßgefertigte Ohrpassstücke anfertigen und anpassen zu können.

    Peter Wilhelm spricht vor Deutschlands besten Hörakustikern.
    Weiterbildung ist das A und O.

    Ständige Fortbildungen bei den Hörgeräteherstellern, durch den Besuch von ausgebildeten Vertriebsmitarbeitern und den Besuch von Kongressen sind für moderne Hörakustiker Pflicht, um ihren Beruf zeitgemäß ausüben zu können.

    Ein HNO-Arzt lernt in seinem Studium so gut wie nichts über Hörgeräte.
    Wozu auch? Es gibt bereits hochausgebildete Spezialisten dafür, die Hörakustiker!

    Sie als Patient haben die Wahl: schnelles Zusatzgeschäft oder Beratung vom Fachmann?

    Sie als Hörgeräteträger oder Kandidat für Hörgeräte sollten wissen, dass Sie die Wahlfreiheit haben.
    Sie allein entscheiden, ob Sie das schnelle Zusatzgeschäft beim Arzt in Anspruch nehmen oder ob Sie auf die fundierte und weltweit gelobte Fachausbildung der Hörakustiker in Anspruch nehmen.

    Denken Sie an die Zeit danach! Hörgeräte benötigen Service, Reparaturen und Zubehör

    Ein Hörgerät können Sie nicht kaufen und einfach ins Ohr stecken. Sie hören damit dann nur lauter, aber nicht besser.
    Bis ein Hörgerät optimal funktioniert, benötigen Sie zig Termine beim Akustiker.
    Die Geräte gehen auch mal kaputt und müssen repariert werden.
    Sie werden Zubehör benötigen, wie Filter, Ohrpassstücke, Batterien usw.

    Wollen Sie alles das bei einem Arzt erledigen lassen? Nein, das kann und will der Arzt gar nicht. Er wird Sie dann ebenfalls wieder an einen Hörakustiker seines Vertrauens verweisen.

    Nur überlegen Sie mal, wie freudig der Ihren Auftrag übernehmen wird, wenn Sie das Gerät woanders (bei einem Arzt) gekauft haben.

    Hörgeräte
    kauft man

    nur beim

    Hörakustiker



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    Bilder: Archiv

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