• Das Märchen von den schlechten Kassenhörgeräten

    Hörgeräte erleichtern das Leben von schwerhörigen Menschen und bringen ihnen ein Stück Lebensqualität zurück.
    Dabei haben die Betroffenen oft einen längeren Leidensweg hinter sich, denn meist tritt ein Hörverlust schleichend ein und lange schon haben sie nicht mehr richtig gehört.
    Beim Hörakustiker erleben sie dann zum ersten Mal, wie schön es ist, endlich wieder zu hören. Sie stellen fest: Hörgeräte sind toll.

    Hieraus erwächst schnell eine Begeisterung für die Hörgerätetechnik. Schwarzen Schafen unter den Hörakustikern fällt es dann leicht, mit solchen Sätzen zu punkten:

    Von der Krankenkasse bekommen Sie nur sehr eine einfache Hör-Hilfe, die in erster Linie Grundbedürfnisse abdeckt.

    Die Ausstattung dieser einfachen Hörgeräte ist jedoch eher mager, so dass es in erster Linie um eine Grundversorgung geht.

    Lassen Sie sich von solchen Sätzen nicht verdummbeuteln.

    Manche Hörakustiker legen Ihnen auch schrecklich große Hörgeräte vor und sagen, so würden die Hörgeräte von der Krankenkasse aussehen. Dann legen sie ein extrem kleines Gerät daneben und fragen: „Sie möchten sicher lieber so ein kleines Hörgerät, nicht wahr?“

    Die Krankenkassen haben in Zusammenarbeit mit den Schwerhörigenverbänden und den Verbänden der Hörakustiker einen Mindeststandard für Hörgeräte definiert.
    Für diese Hörgeräte übernimmt die Krankenkasse für ihre Versicherten die vollen Kosten. Und zwar nicht nur die Kosten für die Hörgeräte, sondern auch für die Beratung, Wartung und Reparatur. Der Versicherte zahlt nur einen Betrag in Höhe von 10 Euro als kleine Selbstbeteiligung.

    Die Baisgeräte sind toll ausgestattet. Sie müssen mit moderner digitaler Technik ausgestattet sein. Sie verfügen dann über drei Hörprogramme, eine Verstärkungsleistung (bis zu 75 Dezibel), vier verschiedene Kanäle sowie eine Rückkopplungs- und eine Störschallunterdrückung.

    Damit erhalten Sie als gesetzlich Versicherter sehr gute Hörgeräte.
    Lassen Sie sich auch nicht abschrecken, wenn Ihnen nur sehr große Kassenhörgeräte vorgelegt werden. Fragen Sie nach dem Phonak Vitus BTE. Das ist ein sehr kleines Gerät, das auch von der Kasse übernommen wird.

    Der Hörakustiker ist verpflichtet, Ihnen auch Kassenhörgeräte zu zeigen. Lassen Sie sich nicht darauf ein, diese vom Test auszuschließen.
    Unterschreiben Sie keine Verzichtserklärung, bevor Sie nicht Kassenhörgeräte getestet haben.
    Es wird berichtet, dass wenige Hörakustiker diese Kassenhörgeräte schlecht einstellen sollen, damit die Kunden dann doch teurere Geräte nehmen.
    Kommt Ihnen hier irgendetwas spanisch vor, geben Sie die Hörgeräte zurück und wechseln Sie den Hörakustiker.

    Es ist bitter und schade, dass es immer noch einige wenige Hörakustiker gibt, die das Märchen von den angeblich so schlechten Kassenhörgeräten erzählen.

    Wenn der Hörakustiker Kassenhörgeräte schlecht redet, ist das ein guter Moment, den Hörakustiker sofort zu wechseln.

    Sicher, Sie haben einen Hörverlust und das betrifft Ihre Gesundheit.
    Aber wenn Ihr Arzt Ihnen Tabletten verschreibt, würden Sie in der Apotheke nach teureren Tabletten fragen, die im Prinzip das Gleiche bewirken?

    Es ist nicht korrekt, die Kassenhörgeräte mies zu machen. Aber es ist durchaus okay, wenn der Hörakustiker Ihnen die Unterschiede und Vorzüge der teureren Geräte darlegt.

    Es ist nicht von der Hand zu weisen: Wer mehr Geld für Hörgeräte ausgibt, der bekommt auch besser ausgestattete Geräte.
    Sie haben dann mehr Funktionen, können noch besser an verschiedene Hörsituationen angepasst werden und sie sehen oft auch schöner aus.

    Aber ob Sie damit besser hören und verstehen, das können Sie nur durch einen Test von Kassenhörgeräten herausfinden.

    Wenn Ihnen schon im Vorfeld erzählt wird, Kassenhörgeräte seien nur eine magere Grundversorgung, dann empfehlen wir Ihnen: Suchen Sie sich einen Hörakustiker, der fair mit Ihnen und Ihrem Geld umgeht.



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    Bild: darksouls1 / Pixabay

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